Klassische Weinsprüche, Teil 1


Foto: A. Kircher-Kannemann



Der Wein ist die edelste Verkörperung des Naturgeistes.
Friedrich Hebbel


Was kann das Totenreich gestatten?
Nein! Lebend muß man fröhlich sein.
Dort herzen wir nur kalte Schatten;
Dort trinkt man Wasser und nicht Wein.
Friedrich von Hagedorn

Guter Wein ist halbes Leben.
Hieronimus Bock  

Und wird einmal der Geist uns trübe,
wir baden uns im alten Wein,
und ziehen mit Gesang und Liebe,
in unseren Freudenhimmel ein.
Wilhelm Hauff

Was für Redner sind wir nicht,
wenn der Moselwein aus uns spricht!
Gotthold Ephraim Lessing

Wein ist stärker als das Wasser,
das gestehn auch seine Hasser.
Gotthold Ephraim Lessing
Foto: A. Kircher-Kannemann

Siehst du Wein im Glase blinken, lerne von mir deine Pflicht:
Trinken kannst du, du kannst trinken; doch betrinke dich nur nicht.
Gotthold Ephraim Lessing

Zuviel kann man wohl trinken,
doch nie trinkt man genug.
Gotthold Ephraim Lessing

Freude sprudelt in Pokalen,
in der Rebe goldnem Blut trinken Sanftmut Kannibalen,
die Verzweiflung Heldenmut.
Friedrich Schiller

Wundervoll ist Bacchus' Gabe,
Balsam fürs zerrißne Herz!
Friedrich Schiller

Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.
Friedrich Schiller

Der Name Wirtemberg
Schreibt sich vom Wirt am Berg -
Ein Wirtemberger ohne Wein,
kann der ein Wirtemberger sein?
Friedrich Schiller

Trink ihn aus, den Trank der Labe,
Und vergiß den großen Schmerz!
Wundervoll ist Bacchus' Gabe,
Balsam für's zerrissne Herz!
Friedrich Schiller

Der Wein erfindet nichts, er schwatzt's nur aus.
Friedrich Schiller

Auf der Berge freien Höhen,
In der Mittagsonne Schein,
An des warmen Strahles Kräften
Zeugt Natur den goldnen Wein.
Friedrich Schiller

Foto: A. Kircher-Kannemann

Es ist eine platte Ansicht zu glauben, daß der Wein unmittelbar aus sich selbst alle die Wirkungen
hervorbringt, die wir ihm zuschreiben. Sein Duft und Hauch erweckt nur die Qualitäten, die in uns
ruhen.
Ludwig Tieck

O Wein! O Wein! Mir ist so wohl wie nie!
Schenkt ein! Schenkt ein! Das nenn´ ich Therapie!
Hoffmann

Der Nebel steigt, es fällt das Laub,
schenk ein den Wein, den holden,
wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden.
Theodor Storm

Gern schliess ich einmal meine Türen, um in des Nachbars Haus zu gehn;
Doch muss ich deutlich dort verspüren den Duft des kräutliens 'Gerngesehen'.
Bei Euch dies Kraut riecht meine Nas' - auf Euch erheb' ich drum mein Glas!
Theodor Storm

Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet:
er macht die Dummen dümmer, die Klugen klüger !
Jean Paul

So lang ich leb, lieb ich den Wein,
denn er vertreibet Forcht und Pein,
verjagt Melancholey und Schmertzen.
Johan Michael Moscherosch

Wo kein Wein ist, da ist kein Frewd,
im Wein vergist man alles Leid,
ohn´ Wein ein Mensch ist halb erstorben.
Johan Michael Moscherosch


Nimmer würde ein Mensch, der Durst nach Wein hat, so sehnlich seiner begehren, dafern nicht etwas von Gott in ihm wäre.
Meister Ekkehard


Der Leichtsinn genialischer Menschen ist wie der Kork auf der Weinflasche:
wird der Kork beweglich, so rührt sich auch der Wein.
Novalis

Das soll am Wein belobet sein:
Er trinkt am besten sich zu zwein.
Emanuel Geibel

Wer mir Gelahrtheit brockt in den Wein,
der soll mein Zechgenoß nicht sein.
Emanuel Geibel

Recht zu trinken ist auch eine Kunst,
die nicht jeglicher weiß zu fassen.
Du sollst den Wein in dir walten lassen,
aber als Feuer, nicht als Dunst!
Emanuel Geibel

Foto: A. Kircher-Kannemann

Schlechter Wein, der trüb und kalt,
der macht die Jugend balde alt.
Freidank

Wer trinkt, soll reinen Herzens sein,
mit Wein ist nicht zu scherzen.
Friedrich Rückert

Die Wahrheit ist im Wein;
Das heißt: In unseren Tagen
Muß einer betrunken sein,
Um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen.
Friedrich Rückert

Man kann, wenn wir es überlegen,
Wein trinken, fünf Ursachen wegen:
einmal um eines Festtags willen,
sodann vorhandenen Durst zu stillen,
ingleichen künftigen abzuwehren,
ferner dem guten Wein zu Ehren
und endlich um jeder Ursach`willen.
Friedrich Rückert

Wein ist der Glättstein des Trübsinns,
der Wetzstein des Stumpfsinns,
der Brettstein des Siegers im Schach.
Friedrich Rückert

Foto: David Lelièvre

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