Weinorte #6: Traben-Trarbach, Mosel


Traben
Traben-Trarbach, Foto: A. Kircher-Kannemann


Viele nennen den Ort die Perle der Mittelmosel: Traben-Trarbach und eine Perle ist dieser Ort in der Tat. Eine Perle allerdings, die ihre Existenz einer Katastrophe verdankt, denn am 21. Juli des Jahres 1857 wurde fast ganz Trarbach ein Raub der Flammen. Nur sehr wenige mittelalterliche und frühneuzeitliche Häuser überstanden diesen Großbrand und so blieb den durchaus reichen Bewohnern der Stadt, allen voran den großen Winzern und Weinhändlern keine andere Möglichkeit als den Ort wiederaufzubauen und dies taten sie in einer Form, die noch heute beeindruckt. So wurde Traben-Trarbach zum Inbegriff des deutschen Jugendstils und zu einem der berühmtesten Orte der Mittelmosel oder der Mosel überhaupt.

Traben-Trarbach liegt im Landkreis Bernkastel-Wittlich und zählt knapp 6000 Einwohner. Heute ist der Ort Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Traben-Trarbach und ganz nebenbei auch staatlich anerkanntes Heilbad.

Die Stadt liegt zwischen Trier und Koblenz im herrlichen Mittelmoseltal. Flächenmäßig ist Traben-Trarbach die größte Stadt der Mittelmosel und beeindruckt nicht nur durch ihre Architektur sondern insbesondere auch durch ihren Waldreichtum.

Die ehemalige Festung Mont Royal erhebt sich über dem links der Mosel gelegenen Ortsteil Traben, deren Aacher Hof bereits 830 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Kaiser Ludwig der Fromme (778-840) schenkte damals Traben und weitere Gerechtsame dem Aachener Marienstift.

Lange gehörte Traben-Trarbach zur Grafschaft Sponheim, einem reichsunmittelbaren Territorium im Gebiet des Hunsrücks, das bis zu den Napoeleonischen Kriegen (1792-1815) Bestand hatte. Danach erfolgte die Eingliederung in das preußische Territorium.

1904 wurden die Gemeinden Traben und Trarbach, rechts und links der Mosel gelegen, zu einer Gemeinde vereinigt.

Vauban
Vauban, Gemälde von Hyacinthe Rigaud [Public domain], via Wikimedia Commons
Traben-Trarbach hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, so etwa die Ruine der um 1350 erbauten Grevenburg, die im Jahr 1734 zerstört wurde. Eine weitere sehenswerte Ruine ist die der Starkenburg, die bis Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz der Grafen von Sponheim war. Nördlich der Stadt erhebt sich die Ruine der Festung Mont Royal. In den Jahren 1687 bis 1698 wurde sie durch den Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707) errichtet, um den französischen Interessen in dieser Region Ausdruck zu verleihen. Jener Vauban verewigte seine Baukunst übrigens auch in Metz, Breisach, Strasburg, Toul und vielen anderen Städten.

Traben
Traben-Trarbach mit Brückentor, Foto: A. Kircher-Kannemann
Das wohl bekannteste Gebäude Traben-Trarbachs und inzwischen auch ihr Wahrzeichen ist das Brückentor der 1899 errichteten Moselbrücke, die den Besucher in die Zeit des Jugendstils zurückversetzt ebenso wie viele andere Gebäude in Traben-Trarbach, das sicher einer der schönsten, wenn nicht gar der schönste Jugendstilort Deutschlands ist.

Bei schlechtem Wetter lockt den Besucher die Museumszeile des Ortes. Hier finden sich rund um den Platz am Alten Stadtturm nicht nur das Mittelmosel-Museum, sondern auch das Haus der Ikonen, das Fahrradmuseum und das Buddha-Museum.

Bellevue
Gasse hin zum wohl bekanntesten Hotel Traben-Trarbachs, dem "Bellevue",
Foto: A. Kircher-Kannemann
Um 1900 war Traben-Trarbach eine der bedeutendsten Weinhandelsstädte der Welt und zweitgrößter Weinumschlagplatz Europas. Aus jener Zeit stammt die „Traben-Trarbacher Unterwelt“. Um die Weinlagerkapazitäten zu erhöhen hat man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Teile des Stadtkerns mit zum Teil mehrstöckigen und über 100 Meter langen Gewölben unterkellert. Jeweils am letzten Freitag im Monat bietet die Gemeinde Traben-Trarbach Führungen durch diese Gewölbe an. Eine der schönsten Gelegenheiten diese Unterwelt zu erkunden bietet aber der „Mosel WeinNachts Markt“, der alljährlich von Ende November bis Anfang Januar stattfindet.

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