Weinorte #5: Kloster Eibingen, Abtei St. Hildegard


Ansicht
Abtei Sankt Hildegard, Kloster Eibingen
Foto: A. Kircher-Kannemann


Das heute „Abtei St. Hildegard“ genannte Kloster in Eibingen, einem Stadtteil von Rüdesheim am Rhein, hat nicht viel mehr mit der berühmten Hildegard von Bingen gemein als den Namen. 

Die meisten Besucher halten das riesig wirkende Kloster für einen alten romanischen Bau, doch in Wirklichkeit stammt das Kloster aus dem 20. Jahrhundert, um noch genauer zu sein: Es wurde in den Jahren 1900-1904 erbaut. Dass die hier lebenden Benediktinerinnen sich dennoch in der Nachfolge der Heiligen Hildegard sehen, beruht darauf, dass sie die Tradition des alten Eibinger Klosters fortführen, das in der Tat auf eine Gründung eben jener Hildegard von Bingen zurückgeht.

Kirchtürme
Kirchtürme der Abtei Sankt Hildegard
Foto: A. Kircher-Kannemann
Auf dem Rupertsberg an der Nahemündung entstand 1150 das erste Kloster der Hildegard von Bingen, das jedoch nach nur 15 Jahren aus allen Nähten platzte und vollkommen überfüllt war und so erwarb die umtriebige Nonne ein ehemaliges Doppelkloster der Augustiner in Eibingen nahe Rüdesheim am Rhein. Bis zu ihrem Tod am 17. September 1179 leitete sie neben ihrer ersten Gründung auch jenes Kloster in Eibingen.

Kircheneingang
Eingang zur Kirche, Kloster Eibingen
Foto: A. Kircher-Kannemann
Das Kloster auf dem Rupertsberg wurde im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen zerstört und so zogen die dort ehemals ansässigen Nonnen in das Kloster nach Eibingen. Im Jahr 1803 wurde das Eibinger Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben.

Ausgangs des 19. Jahrhundert waren es die beiden Limburger Bischöfe Peter Joseph Blum sowie Karl Klein, der Eibinger Pfarrer Ludwig Schneider und vor allem Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, die die Neugründung einer Hildegard-Abtei betrieben. 

Aussicht
Aussicht von der Abtei Sankt Hildegard
Foto: A. Kircher-Kannemann
Die Grundsteinlegung für die neue Abtei am alten angestammten Ort fand am 2. Juli 1900 statt und bereits am 17. September 1904 konnten die ersten 12 Benediktinerinnen in den neuen und durchaus monumentalen Bau einziehen.

Ein Weinort ist Kloster Eibingen übrigens vor allem deswegen, weil die hier lebenden Nonnen in der Tat bis heute Wein herstellen und das nicht nur für den Eigenverbrauch. Sie sollten also unbedingt, wenn Sie die Abtei besuchen auch einen schönen Riesling als Andenken mitnehmen.

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