Weinorte #2: Lehmen, Mosel



Lehmen
Blick auf Lehmen, Foto: Anja Kircher-Kannemann
Die kleine Ortsgemeinde Lehmen in der Nähe von Koblenz zählt nicht einmal 1500 Einwohner. Sie liegt an der berühmten Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Untermosel mit Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf, das als erster Ort in der Reihe #Weinorte auf dieser Seite beschrieben wurde.


Hier am linken Moselufer zwischen Koblenz und Cochem mündet der Nothbach in die Mosel. Klimatisch zählt der Ort, man mag es glauben oder nicht, zu den wärmsten Regionen Deutschlands.

Die Geschichte Lehmens begann wahrscheinlich schon in römischer Zeit (die wussten ja immer, wo man vernünftigen Wein anbauen kann). Erstmals urkundlich erwähnt allerdings wurde der Ort erst im Jahr 865 und zwar in einer Urkunde Kaiser Ludwigs II. (um 806-876) unter dem Namen Liomena.

Das auffälligste Gebäude des kleinen malerischen Winzerstädtchens ist der romanische Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert, der noch heute an die dort befindliche ehemalige Pfarrkirche erinnert. Die heute in Lehmen zu findende Pfarrkirche St. Stefan wurde im Jahr 1762 als Saalbau errichtet.

Lehmen zählt zum Weinbaubereich Burg Cochem und somit zur sogenannten Terrassenmosel. Noch heute gibt es hier sieben Weinbaubetriebe von denen zwei Vollerwerbsbetriebe (einer davon gehört übrigens Uwe Weber, der einer der ersten Bio-Winzer Deutschlands war, ausschließlich vergane Weine erzeugt und sich vor allem mit interessanten PIWI-Sorten, wie dem Rondo beschäftigt) sind.

Nicht weit von Lehmen entfernt bietet sich insbesondere für Wanderer mit dem Ausoniusstein ein herrliches Naturschutzgebiet, das entdeckt werden möchte. Vom Aussichtspunkt Ausoniusstein, 227 Meter über NN, hat man einen herrlichen Blick hinein ins Moseltal, auf Oberfell, Alken, die Burg Thurant, Brodenbach und Kattenes. Diese einzigartige Naturlandschaft bietet auch dem Apollofalter, einer stark bedrohten Schmetterlingsart, eine Heimat und mit etwas Glück kann man ihn hier sehen.
Benannt wurde der Aussichtspunkt nach dem Dichter Decimus Magnus Ausonius (um 310-393/394), der in seinem Werk Mosella die Mosel und die sie umgebende Landschaft ausführlich beschrieb.

Ein weiteres Eldorado für Wanderfreunde findet sich rund um Lehmen mit dem „Würzlaysteig“, ein zur Mosel-Erlebnis-Route gehörender Wander- und Klettersteig mit zum Teil alpinem Charakter.

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