Hartmut Keil: Die 33 häufigsten Rebsorten in Deutschland

Titelbild des Buches von Hartmut Keil
Es gibt nicht viele Weinbücher, die ich immer mal wieder zur Hand nehme und mir anschaue, in denen ich regelmäßig blättere und die inzwischen tatsächlich auch einen Hauch von "gebrauchtem" Buch besitzen.
Eines der wenigen, die in diese Kategorie fallen wurde im Jahr 2012 von Hartmut Keil im Regionalverlag veröffentlicht und trägt den Titel "Die 33 häufigsten Rebsorten in Deutschland".
Hartmut Keil lebt in Worms und hat zahlreiche Bücher und Schriften zur Geschichte des Weinbaus, zur Weinkultur und zu Rebsorten veröffentlicht. Auf insgesamt 128 Seiten liefert Keil in diesem Buch, illustriert mit zahlreichen Bildern und Grafiken, ein für im Grunde jeden Weinliebhaber informatives Buch, dass vor allem bei einem Spaziergang durch die Weinberge sehr hilfreich sein kann.


"Von Acolon, Bacchus … bis … Trollinger, Weißburgunder"

So lautet der Untertitel des Weinbuches von Hartmut Keil und zeigt damit bereits auf, wie sehr sich die Wein- und Rebenlandschaft in Deutschland in den letzten Jahren verändert hat; denn wer hätte vor 20 Jahren über eine Rebsorte namens Acolon auch nur nachgedacht oder gar erwartet, dass sie sich unter den Top-33-Reben Deutschlands platzieren könnte?
Neben solch neuen Rebsorten, sind es aber natürlich vor allem die traditionellen Rebsorten wie Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Spätburgunder, die die Weinlandschaft in Deutschland bestimmen und die von Keil in diesem Buch beschrieben werden.
Besonders interessant ist es, dass es auch einige nur ausgesprochen regional angebaute Rebsorten wie Trollinger, Lemberger und Elbling in diese Hitliste der 33 häufigsten Rebsorten Deutschlands geschafft haben.

Insgesamt gibt es in Deutschland zur Zeit etwa 150 verschiedene Rebsorten, laut dem Ampelographen Andreas Jung sind über 600 Rebsorten in Deutschland historisch belegt. Damit befindet sich Deutschland in Bezug auf die Sortenvielfalt in einer weltweiten Spitzenposition.

Die 33 von Hartmut Keil zusammengestellten Rebsortenporträts sind alphabetisch geordnet.Zu jeder Rebsorte wird dem Leser ein Bild an die Hand gegeben, das das genaue Aussehen der Traube und zum Teil auch des sie umgebenden Laubs zeigt. Als zusätzliche Information findet sich jeweils ein Diagramm, dass die Entwicklung der Anbaumenge in den vergangenen zehn Jahren verdeutlicht und eine Tabelle, die Auskunft darüber gibt, wie groß die mit dieser jeweiligen Rebsorte bestockte Fläche pro Anbaugebiet ist.

Darüber hinaus wird in ausführlichen Texten die Geschichte der jeweiligen Rebsorte, ihre Entstehung und auch ihre genaue Ampelographie (Rebsortenkunde) beschrieben. Interessant sind vor allem die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen einzelnen Rebsorten, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick vermutet hätte.

Auch das Bukett und die für die jeweilige Rebsorte typischen Aromen werden beschrieben, leider hat Herr Keil aber bei nahezu keiner Rebsorte zusätzlich erwähnt zu welchem Essen oder zu welcher Gelegenheit sie besonders gut passt.

Mit den Worten des Autors kann man also sagen: „Das Buch ist als informative Lektüre und Nachschlagewerk für alle am Kulturgut Wein interessierten Menschen gedacht“ und diese Aufgabe erfüllt es in einer sehr schönen Form.

Hartmut Keil, Die 33 häufigsten Rebsorten in Deutschland,
www.verlag-regionalkultur.de

ISBN: 978-3-89735-740-2,

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