Wein und Menschen, Teil 6: Peter Morio




Morio-Muskat
Morio-Muskat, Foto: Anja Kircher-Kannemann
Bacchus, Domina, Optima und natürlich Morio-Muskat, das sind die Rebenkinder des Peter Morio.
Peter Morio war ein echter Pfälzer, geboren am 6. Februar 1887 in Ranschbach bei Landau. In Speyer besuchte er das humanistische Gymnasium, studiert allerdings hat er an der Technischen Hochschule in München, wo er auch Mitglied von Aenania wurde, einer der bekanntesten katholischen Studentenverbindungen, die in der Zeit des Dritten Reiches verboten war.

In München studierte Peter Morio Landwirtschaft. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium zog es ihn zunächst für ein Praktikum zur Gräflich Waldorffschen Gutsverwaltung nach Hauzenstein in die Oberpfalz. Sein zweites Praktikum absolvierte er beim Weingut Bassermann-Jordan in Deidesheim. Offenbar entdeckte er spätestens hier seine Liebe zum Wein, doch der Erste Weltkrieg verhinderte eine weitere Beschäftigung mit den Reben. Erst 1919, nach der Rückkehr aus dem Krieg konnte Peter Morio wieder in seinem Beruf tätig werden und arbeitete zunächst als Referendar an der Landwirtschaftlichen Schule in Landau. 1921 ging er von dort aus an die Lehr- und Forschungsanstalt nach Neustadt an der Weinstraße, wo er bis 1948 lehrte. Dem Pfälzer lag der Wein im Blut, so könnte man sagen und so gründete er 1926 die Außenstelle Rebenzüchtung der Bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg mit Sitz auf dem Geilweilerhof in Siebeldingen, heute besser bekannt unter dem Namen „Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof“

Hier am Geilweilerhof begann Peter Morio damit die Sämlinge, die er schon zuvor aus verschiedenen Kreuzungen erhalten hatte, anzupflanzen. Wichtig war ihm vor allem die Resistenzzüchtung, eine Arbeit, die er im Jahre 1937 einstellen musste, da diese Züchtungen durch die Nazis an andere Standorte, wie etwa Freiburg und Geisenheim, verlagert wurden.

Neben den Aufgaben in Lehre und Rebenzüchtung betätigte sich Morio in den Jahren 1928 bis 1934 auch als Sachverständiger für Weinbau in Landau im Bereich Oberhaardt.
In den Ruhestand ging Morio offiziell 1952, nachdem er bereits 1948 aus dem Dienst ausgeschieden war. 

Aus seiner 1919 geschlossenen Ehe mit Katharina, geb. Schneider gingen drei Kinder hervor, darunter Walter Morio (1920-2008), der in den Jahren 1964 bis 1984 Oberbürgermeister der Stadt Landau war, in der sein Vater am 27. Januar 1960, nur wenige Tage vor seinem 74. Geburtstag verstarb.

Neben seinen Neuzüchtungen Morio-Muskat, Bacchus, Optima und Domina, widmete er sich insbesondere der Klonauslese, wobei vor allem der Riesling-Klon Nr. 90 im Vordergrund stand.

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