Weinanbaugebiet Ahr



Spätburgunder an der Ahr - Foto: A. Kircher-Kannemann

Ganz im Norden von Rheinland-Pfalz liegt das mit nur 562 Hektar viertkleinste Weinanbaugebiet Deutschlands - die Ahr. Der kleine Fluss, dem dieses Anbaugebiet seinen Namen verdankt entspringt in Blankenheim, genauer gesagt im historischen Ortskern der 8000 Einwohner Gemeinde im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Von hier aus fließt die Ahr durch die Kalkeifel, um dann in das von Schiefer geprägte Gebiet der Ahreifel zu gelangen.


Die Steillagen des bizarren Tals, dass der Fluss hier im Laufe von hunderttausenden Jahren gegraben hat, erheben sich entlang der 90 Kilometer des Ahrlaufs und bringen besonders ausdrucksvolle Rot- und Weißweine hervor. Einzigartig ist die fast canyonartige Landschaft zwischen Altenahr und Walporzheim, die der Fluss hier geschaffen hat.

Bei Altenahr beginnt das Naturschutzgebiet Ahrschleife. Gerade hier finden sich schroffe Felsklippen, die bis zu 200 Meter empor ragen und das an dieser Stelle zum Teil nur 50 Meter breite Tal beherrschen und dominieren. Hier beginnt auch der Weinbau die Ahr zu bestimmen. Der Mensch formte diesen Bereich zu einer einzigartigen Kulturlandschaft, denn die windgeschützten aber zur Sonne hin exponierten Schieferhänge waren schon in römischer Zeit als gute Weinlagen bekannt und so entstand im Laufe der Jahrhunderte eine durch Weinberge beherrschte Terrassenlandschaft.
Ab Mayschoß wird das Tal wieder etwas breiter und gewinnt bis Dernau eine Breite von annähernd 200 Metern.  Besonders breit wird das Ahrtal dann ab Walporzheim. Fast endlos erscheint das Tal, wenn man zuvor in den engen Bereichen unterwegs war und noch das Gefühl mit sich trägt in einer riesigen Kathedrale gestanden zu haben, die nur zum Himmel hin geöffnet ist. Nun kann der Blick sich weiten und durch ein etwa ein Kilometer breites Tal wandern. Auch die Hänge sind hier nicht mehr so schroff und steil, sondern schon eher sanft.
Die beiden größten Weinbaugemeinden an der Ahr sind Bad Neuenahr-Ahrweiler und Dernau mit jeweils 288 bzw. 109 Hektar.[1]


Statdmauer von Ahrweiler - Foto: A. Kircher-Kannemann

Klima und Geologie an der Ahr

Die geografische Lage des Ahrtals führt zu einem eher trockenen Klima, da die Eifel die meisten Regenfälle abhält und es hier lediglich eine Niederschlagsmenge um 650 Milliliter pro Jahr gibt. Diese doch im Vergleich sehr geringe Niederschlagsmenge ist gekoppelt mit einer mittleren Jahresdurchschnittstemperatur von 10,2° Celsius, wobei die Winter hier in aller Regel sehr mild sind mit einer durchschnittlichen Temperatur von 2,6° Celsius.

Die meisten Weinberge der Ahr befinden sich auf der nördlichen Seite des Flusses und sind nach Süd, Südwest, West, Südost und Ost ausgerichtet. Optimal also für die die Sonne liebenden Pflanzen, die hier gut 1400 Sonnenstunden pro Jahr genießen dürfen.

Die Böden bestehen aus Schiefer, Vulkangestein und Grauwacke aber auch aus Kies und Lößlehm. Diese Untergründe speichern über Tag die Wärme und geben sie nachts an die Rebstöcke ab, so dass sie rund um die Uhr mit Wärme versorgt werden. Hinzu kommen die Mauern um die Weinberge, die die Hitze im Sommer teilweise so extrem werden lassen, dass man sich besser einer Siesta hingibt. Diese annähernd mediterranen Bedingungen kommen vor allem den Rotweinen, wie zum Beispiel dem Spätburgunder entgegen, der hier in Qualitäten erzeugt werden kann, die denen aus Burgund in nichts nachstehen.

Bedingt durch die geologischen Gegebenheiten sind an der Ahr, gerade im Bereich zwischen Altenahr und Marienthal zum Teil extreme Steillagen mit bis zu 60 Prozent Neigung entstanden, etwa 53 Prozent der gesamten Rebflächen an der Ahr befindet sich in diesen Bereichen. Nur gut 10 Prozent der Weinbergsflächen an der Ahr befinden sich in ebenen Bereichen.
Die unterschiedlichen Böden, die von Sandstein über Schiefer und Basalt bis hin zu Löß und Lößlehm mit Auen- und Terrassenkies reichen, sowie die Unterschiede zwischen Steil- und Flachlagen und die verschiedenen daraus entstandenen Mikroklimabereiche führen dazu, dass die hier erzeugten Weine ganz unterschiedliche Ausprägungen und Charaktere haben und von Ort zu Ort, von Lage zu Lage ganz eigene Facetten entfalten.



Stadttor von Ahrweiler - Foto: A. Kircher-Kannemann

Geschichte des Anbaugebiets Ahr

Auch hier südwestlich von Bonn lässt sich, ähnlich wie an der Mosel, der Weinanbau bis in römische Zeit zurückverfolgen. Die Römer brachten den Weinbau überall hin mit, wo sie neue Gebiete eroberten, denn die Legionen, die in den neu eingerichteten Provinzen stationiert wurden verlangten nach Wein. Ihn aus Rom heranzuschaffen wäre zu teuer und zu aufwendig gewesen und so versuchten die Römer auch nördlich der Alpen die Reben heimisch werden zu lassen. Mit Erfolg, wie man bis heute sehen kann. Auch die in den Provinzen heimische Bevölkerung erkannte schnell den Wert des Getränks und begann es ebenfalls zu konsumieren. Und so waren bereits im 4. Jahrhundert Rebstöcke an Rhein und Mosel und wahrscheinlich auch an der Ahr heimisch geworden. Doch das Ende des Römischen Reiches bewirkte auch den Niedergang des Weinbaus. Erst Karl der Große, der viele Reformen im landwirtschaftlichen Bereich initiierte, widmete sich auch wieder dem Weinbau und begann ihn zu fördern. Urkundlich belegen lässt sich der Weinbau an der Ahr seit dem 8. Jahrhundert. Seither ist der Anbau von roten und weißen Rebsorten an der Ahr vor allem für die Ländereien der hier herrschenden Klöster belegt, denn die Versorgung mit Messwein musste ja gesichert sein. Vor allem die Abtei Prüm war es, die die Basis für den Weinbau an der Ahr darstellte und die diesen hier bis ins 17. Jahrhundert hinein prägte. Das Urbar dieser Abtei aus dem Jahr 893 zeigt deutlich die ungeheure Bedeutung des Weins gerade für das Gebiet in und um Ahrweiler.

Ab dem 11. Jahrhundert gab es, so weisen einige Urkunden aus, auch schon erste private Weinbergsbesitzer: Es waren insbesondere begüterte Bürger, die sich ihre eigenen Weinberge leisteten. Sie waren es auch, die den Weinbau aufrechterhielten, als gegen Ende des Mittelalters die Weinkultur der Klöster gemeinsam mit ihnen langsam aber unaufhörlich an Bedeutung verlor. Das endgültige Ende der klösterlichen Weinbaukultur kam gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Zuge der Französischen Revolution und der damit einhergehenden Säkularisierung des Klosterbesitzes. Aber die napoleonische Zeit brachte auch enorme Vorteile, insbesondere für den Handel mit Wein, denn die hohen Zölle, die bis zu dieser Zeit erhoben worden waren fielen weg und so konnte Ahrwein deutlich günstiger auch in das benachbarte Ausland exportiert werden.

Seit 1815 gehörte die Ahr zu Preußen, eine Zeit volle Aufs und Abs für die Winzer dieser Region, denn nach einem anfänglichen Boom fielen die Preise und viele Winzer wurden in den Ruin getrieben. Ein Umstand, der vor allem den USA zahlreiche gute Winzer bescherte und den dortigen Weinbau anregte, denn viele Winzer, die an der Ahr kein Auskommen mehr fanden wanderten nach Amerika aus. Zum Preisverfall kam dann auch noch die Reblaus, die die Rebstöcke zerstörte und noch mehr Menschen um ihren Lebensunterhalt brachte. Diese desolate Situation führte 1868 zur Gründung der weltweit ersten Winzergenossenschaft, genau gesagt des „Mayschosser Winzervereins“. Der große Erfolg, der diesem Zusammenschluss beschieden war führte bald darauf zur Gründung weiterer Genossenschaften an der Ahr: 1871 wurde der Winzerverein Walporzheim gegründet, ebenfalls 1871 taten sich Winzer in Heppingen und Landskrone zu Genossenschaften zusammen. 1873 geschah das Gleiche in Heimersheim und in Dernau. Zum Ende des 20. Jahrhunderts waren es dann bereits unglaubliche 20 Genossenschaften, die an der Ahr Wein anbauten und vermarkteten.

Und obwohl die Ahr bis heute die Heimat der Genossenschaften ist und es im Verhältnis nur wenige unabhängige kleine Weinbaubetriebe gibt, geht die Anzahl der Anbaubetriebe auch hier in den letzten Jahren, wie in eigentlich allen anderen Weinbaugebieten auch, stetig zurück. Waren im Jahr 1989 noch 336 einzelne Weinbaubetriebe an der Ahr zu finden, so waren es im Jahr 2010 nur mehr 175.[2]



Rotwein an der Ahr - Foto: A. Kircher-Kannemann

Rebsorten im Anbaugebiet Ahr

Mit über 85 Prozent der Anbaufläche machen die Rotweine wie Blauer Spätburgunder, Portugieser, Frühburgunder oder auch Regent und Dornfelder dieses wild-romantische Tal zum Paradies für jeden Rotweinliebhaber. Kein anderes deutsches Weinanbaugebiet hat einen derart hohen Anteil an Rotweinen zu bieten, selbst in dem Rotwein liebenden Württemberg liegt die Anbaufläche bei „nur“ 68 Prozent. Die unbestrittene Leitrebsorte der Ahr ist der Blaue Spätburgunder. Durch die unterschiedlichen Boden- und Klimaverhältnisse, die diese Rebsorte hier vorfindet, ist sie gerade an der Ahr sehr facettenreich. Hohe Mineralität gewinnt der Spätburgunder hier durch die Schieferböden, ebenso eine kräftige Säure. Die Aromen reichen von Erdbeeren über Kirschen bis hin zu Trockenfrüchten, die vor allem bei den Weinen besonders ausgeprägt sind, die in Bereichen mit Sandstein oder Basalt herangereift sind. Die Spätburgunder der Ahr zeichnen sich vor allem durch ihren geringen Gerbsäureanteil und ihre dadurch eher samtige Anmutung aus.
Aber auch die Weißweinfreunde werden fündig, denn neben Riesling und Müller-Thurgau haben hier auch Weißburgunder und Chardonnay eine Heimat gefunden. Ebenso wie Grauburgunder, Kerner, Solaris, Ortega und Johanniter.
Der allergrößte Teil der an der Ahr erzeugten Weine wird als Qualitätswein erzeugt. Von den insgesamt gut 35.000 Hektolitern, die im Jahr 2012 an der Ahr erzeugt wurden, entfielen über 31.000 Hektoliter auf das Segment der Qualitätsweine, gut 1400 Hektoliter waren Prädikatsweine und knapp 3.000 Hektoliter wurden als Landwein erzeugt.[3]


So langsam wird er rot - Foto: A. Kircher-Kannemann

Statistik der Rebsorten an der Ahr

Mit einem durchschnittlichen Hektarertrag von 77,6 Hektolitern in den Jahren 2002-2011 liegt die Ahr am unteren Ende der Ertragspyramide im Bundesland Rheinland-Pfalz. Lediglich der Mittelrhein hatte noch niedrigere Erträge. Zum Vergleich: Der Spitzenreiter ist Rheinhessen mit 100,8 Hektolitern Ertrag pro Hektar.[4]






Trends für Rebsorten an der Ahr

Die Ahr war noch Mitte des 20. Jahrhunderts nicht gerade berühmt für ihren Wein, genauer gesagt nicht berühmt für qualitativ hochwertigen Wein. Ein Spruch aus jener Zeit hieß: „Wer an der Ahr war und weiß, dass er da war, war nicht an der Ahr!“ Das sagt im Grunde alles. Es ging um süffige Rotweine, die massenkompatibel sein mussten.
Erst langsam regten sich Anstrengungen, gerade unter den jungen Winzern der Ahr, ein anderes Bild von der Ahr und ihren Weinen zu kreieren. Es ging nun nicht mehr um die Massenabfertigung, sondern um Qualität, um hochwertige Weine, insbesondere um hochwertige Rotweine. 

Der Trend zu Rotweinen hat auch der Ahr dabei sicherlich geholfen sich besser zu positionieren und ein besseres Standing zu erlangen. Und der Trend zu immer mehr Rotweinanbau ist an der Ahr auch weiterhin ungebrochen. Von 1989 bis ins Jahr 2012 stieg der Anteil der mit Rotweinrebsorten bestockten Flächen an der Gesamtrebfläche von 77,7 Prozent auf nun 84,8 Prozent.[5] Gleichzeitig stieg die Größe der bestockten Flächen von 479 Hektar auf 562 Hektar.[6]

Es waren Winzer wie Werner Näkel vom Weingut Meyer-Näkel aus Dernau, der im Jahr 2001 zum „Winzer des Jahres“ gekürt wurde, oder auch Jean Stodden, dem 2002 das Prädikat „Aufsteiger des Jahres“ erhielt, die das Anbaugebiet Ahr und seine Rot- und Weißweine in ein anderes Licht rückten und eine Art von Revolution auslösten.

Heute sind es vor allem Winzer wie Christoph Sebastian vom „Weingut Jakob Sebastian“, die mit immer neuen Ideen, viel Engagement und Liebe zu Werke gehen und dafür sorgen, dass die Ahr nicht wieder in alte Zeiten abrutscht, sondern sich weiter entwickelt in Richtung auf Qualität und filigrane, ausdrucksstarke Rotweine, die ihresgleichen suchen.



Pfarrkirche von Ahrweiler - Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinorte und Sehenswürdigkeiten an der Ahr

Ahrweiler


Rad- und Wanderwege an der Ahr

Die Ahr ist heute eines der wichtigsten Naherholungsgebiete für den Ballungsraum rund um Köln und Bonn, aber auch die Bewohner des westlichen Ruhrgebiets zieht es immer stärker in diese urige Landschaft, immerhin ist die Ahr in nur etwa eineinhalb Stunden von dort aus zu erreichen, da kann man schon fast einen Sonntagnachmittagsausflug an die Ahr unternehmen.
Die Ahrregion hat diesen Trend durchaus erkannt und in den letzten Jahren vermehrt auf diese Art des Tourismus gesetzt. Hier wird nicht nur der Wein als Ziel für den spezialisierten Besucher angepriesen, sondern die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten in das Gesamtkonzept einbezogen. Vor allem auf die Aktivurlauber setzt man an der Ahr. Dies verwundert auch nicht, wenn man sich die Landschaft anschaut: Hier fühlen sich alle Arten von Wandervögeln wohl, denn es gibt sowohl flache Bereiche als auch richtig schwierige Kletterrouten für die, die eine kleine Herausforderung suchen. Auch das Radfahren ist ausgesprochen beliebt an der Ahr.
Abgerundet wird dieses ohnehin schon herrliche Paket durch eine ganze Reihe sehr guter Restaurants und Hotels, die inzwischen an diesem kleinen Flüsschen entstanden sind. Und auch die Winzer machen mit: Viele von ihnen haben eigene Ferienwohnungen und Zimmer oder betreiben inzwischen prämierte Straußwirtschaften.

Rotweinwanderweg

Vor allem der Rotweinwanderweg von Bad Bodendorf bis hin nach Altenahr lädt über 35 Kilometer zur Wanderung entlang der Weindörfer ein, wo in Straußwirtschaften und Probierstuben die Rast zum Genuss wird.
Dieser wirklich einmalige Wanderweg führt den Wanderer durch die Weinbergsterrassen des Rotweinparadieses Ahr. Die Aussichten, die sich von den bis 200 Meter hohen steilen klippenartigen Felsen bieten, sind atemberaubend. Aber nicht nur die einmalige Landschaft der Ahr lässt sich hier erleben, sondern auch der Wein, denn der Rotweinwanderweg verbindet alle wichtigen Weinbauorte dieses Anbaugebiets miteinander. Hier kann man Wein erleben und gleichzeitig auch verkosten. Seit seiner Eröffnung 1972 haben unzählige Wanderer und Besucher dieses Erlebnis schon genossen und wer einmal hier war, der kommt jederzeit gerne wieder.
Man sollte sich allerdings nicht zu viel Wegstrecke für einen Tag vornehmen, denn zahlreiche urige Weinkeller und gemütliche Weinprobierstuben warten auf den durstigen Wanderer und da verplauscht man sich gerne einmal und schafft deutlich weniger Wegstrecke als ursprünglich geplant.
Nicht zuletzt deswegen ist der Rotweinwanderweg wohl auch in sehr komfortable Häppchen aufzuteilen. Folgende Etappen sind möglich:
1.      Bad Bodendorf bis Lohrsdorf, ca. 4 Kilometer
2.      Lohrsdorf bis Heimersheim, ca. 1,3 Kilometer
3.      Heimersheim bis Heppingen, ca. 1,2 Kilometer
4.      Heppingen bis Bad-Neuenahr, ca. 3 Kilometer
5.      Bad Neuenahr bis Ahrweiler, ca. 7,4 Kilometer
6.      Ahrweiler bis Walporzheim, ca. 3,2 Kilometer
7.      Walporzheim bis Marienthal, ca. 3 Kilometer
8.      Marienthal bis Dernau, ca. 4,2 Kilometer
9.      Dernau bis Rech, ca. 1,8 Kilometer
10.   Rech bis Mayschoß, ca. 2,1 Kilometer
11.   Mayschoß bis Altenahr, ca. 4,4 Kilometer


Weinbaulehrpfad

Ein Teil des Rotweinwanderwegs zwischen Ahrweiler und Walporzheim wird ergänzt durch einen „Weinbaulehrpfad“. Hier informieren insgesamt 31 Schautafeln den Wanderer und Besucher über zahlreiche wissenswerte Dinge rund um den Weinbau und die zu durchwandernde Landschaft der Ahr. Erklärt wird zum Beispiel das hier vorherrschende Klima, aber auch die Bodenbeschaffenheit, sowie die für die Reben notwendige Bodenbearbeitung. Zudem erfährt der Besucher des Weinbaulehrpfades vieles über die an der Ahr beheimateten Rebsorten und die Arbeit der Winzer an den Rebstöcken.


Ahrsteig

Seit Herbst 2012 gibt es ein weiteres Highlight für alle Wanderfreunde an der Ahr: den Ahrsteig! Er führt von der Quelle der Ahr im nordrhein-westfälischen Blankenheim bis zur Mündung des Flusses in den Rhein in Bad Bodendorf bei Sinzig und verbindet den Eifelsteig mit dem Rheinsteig. Dass der Ahrsteig nicht direkt bis an die Mündung der Ahr reicht hängt damit zusammen, dass dieser Bereich ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet ist und daher nicht für ein hohes Aufkommen von Wanderern und Besuchern geeignet ist.
Von der Ahrquelle aus führt der Ahrsteig über Schuld und Dümpelfeld nach Ahrbrück, hier verläuft der Weg an der linken Flussseite entlang. Von Altenahr bis hin nach Bad Neuenahr-Ahrweiler ist er das Pendant zum Rotweinwanderweg, der links des Flusses verläuft.
Der letzte Bereich des Ahrsteiges führt von Ehlingen über den Mühlberg und dann über die Ahr bis hin nach Bad Bodendorf.


Ahrtal-Radweg

Der Ahrtal-Radweg verläuft genau umgekehrt zum Ahrsteig, nämlich von der Mündung zur Quelle der Ahr. Er beginnt in den Mündungsauen am Rhein und führt über Bad-Bodendorf über Heimersheim und Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Walporzheim. Schon in Ahrweiler bietet sich eine längere Rast an, um den wunderschönen historischen Stadtkern zu besichtigen und in einem der kleinen Lokale ein wenig Wegzehrung zu sich zu nehmen. Die nächste Rast legt man dann am besten in Marienthal ein, in einem alten Klostergut mit seiner malerischen Kirchenruine.
Von hier aus geht es dann weiter nach Dernau, über Rech nach Mayschoß. In diesem Bereich fährt man etwa 200 Meter weit durch einen stillgelegten Eisenbahntunnel: Ein Erlebnis, das man auch nicht alle Tage hat. Von dort führt der Ahrtal-Radweg weiter nach Altenahr und dann durch die Wiesen des Ahrtals nach Insul. Hier findet man die Hahnensteiner Mühle, die dort im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Schuld ist dann der nächste Ort, den man ansteuert. Danach geht es durch das Ahrtal nach Antweiler, Müsch, Ahrdorf und Ahrhütte bis nach Blankenheim zur Quelle der Ahr.
Die Strecke ist insgesamt 86 Kilometer lang. Befahren darf man sie natürlich in beiden Richtungen, wer also lieber von der Quelle zur Mündung fährt, der kann auch das tun. Sicherlich wird der geübte Radler die Strecke an einem Tag abradeln können, zumal sie zumeist über alte Bahntrassen führt und angenehm zu fahren ist, doch besser ist es ein bisschen mehr Zeit einzuplanen, damit genügend Zeit bleibt all die historischen Orte zu besichtigen und auch einmal bei einem Winzer oder einer Winzergenossenschaft einzukehren und sich den Ahrwein schmecken zu lassen.



Weinfeste und Veranstaltungen an der Ahr

Weinfeste gibt es viele an der Ahr, das liegt nicht zuletzt am feierfreudigen Temperament der Menschen, die Wein produzieren. Wein ist eben Lebensfreude und dazu gehört es eben auch zu feiern und Gäste dazu einzuladen.
  • Weinfest in Bad Bodendorf
    Hier in Bad Bodendorf findet das kleinste Weinfest an der Ahr statt. Alljährlich zu Christi Himmelfahrt trifft sich alles am historischen Weinberg und probiert die neuen und alten Weine.
  • Weinmarkt der Ahr
    Am Pfingstwochenende findet der große Weinmarkt der Ahr alljährlich in Ahrweiler auf dem Marktplatz statt. Am Pfingstsamstag wird das Fest gekrönt und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn es findet die Krönung der neuen Ahrweinkönigin statt.
  • Neuenahrer Burgunderfest
    Auf der Festwiese in den Weinbergen oberhalb von Bad Neuenahr findet das Burgunderfest jeweils am 4. Wochenende im Juli statt.
  • Historisches Weinfest in Heimersheim
    Hierfür ist das 3. Wochenende im August reserviert. Geboten wird hier nicht nur Wein, sondern auch mittelalterliches Markttreiben, Gaukler, Musiker, Ritterkämpfe und ein Winzergelage. Gekrönt wird das Fest von einem historischen Winzerumzug.
    http://www.historisches-weinfest-heimersheim.de/
  • Ländliches Weinfest in Walporzheim
    Schon eine Woche nach dem fest in Heimersheim geht es weiter in Walporzheim. Auch beim ländlichen Weinfest, das traditionell am vierten Wochenende im August stattfindet gibt es einen Winzerumzug und außerdem noch am Montag ein Feuerwerk.
  • Winzerfest in Ahrweiler
    Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn am ersten Wochenende im September gibt es ein großes Winzerfest in Ahrweiler, ebenfalls mit Winzerumzug und Feuerwerk am Montag.
  • Weinmarkt in Ahrweiler
    Man kann auch gleich in Ahrweiler bleiben, denn am darauffolgenden Wochenende, dem zweiten im September gibt es dann den traditionellen Weinmarkt in Ahrweiler.
  • Weinfest in Rech
    Am dritten Wochenende im September muss man dann nur den kurzen Weg nach Rech zurücklegen, wo das dortige Weinfest ebenfalls mit einem Festumzug der Winzer gefeiert wird.
  • Weinfest in Bachem
    Traditionell findet das Weinfest in Bachem immer am vorletzten Wochenende im September statt.
  • Winzerfest in Dernau
    In Dernau wird am letzten Wochenende im September gefeiert mit Feuerwerk und einem Festumzug der Winzer.
  • Weinfestwochen in Altenahr
    Ebenfalls am letzten Wochenende im September werden die Weinfestwochen am Weinbrunnen in Altenahr eröffnet.
  • Weinfeste in Mayschoß und Altenahr
    Wer nach all der Feierei noch nicht genug hat, dem bleibt ja auch noch der Oktober. In diesem Monat finden an allen Wochenenden Weinfeste in Mayschoß und Altenahr statt.

Winzer und Weingüter an der Ahr

Auch an der Ahr, die stark durch Steillagenweinbau geprägt ist und dadurch durch aufwendige Handarbeit, sinkt die Zahl der Winzer stetig. Waren es im Jahr 1989 noch 336 Weinbaubetriebe, die man an der Ahr finden konnte, so waren es im Jahr 2010 nur mehr 175. Viele von ihnen sind in den an der Ahr so typischen Winzergenossenschaften organisiert und produzieren keine eigenen Flaschenweine für den Verkauf an den Endverbraucher, sondern liefern ihre Weine an die Genossenschaften ab, die sie dann ausbauen und vermarkten.


Weinköniginnen des Anbaugebiets Ahr

Bereits seit den 1950er Jahren gibt es Gebietsweinköniginnen im Weinanbaugebiet Ahr. Einige Namen sind nicht mehr bekannt. Die erste, die sich auf den Listen findet ist Maria Rosenbaum, heute Gerhards aus Altenahr, die in den Jahren 1951 und 1952 Gebietsweinkönigin der Ahr war.
Endgültig seit 1973 wird jährlich eine neue Gebietsweinkönigin der Ahr gewählt. Sowohl Wahl als auch Krönung finden auf dem großen Weinmarkt der Ahr statt, der alljährlich am Pfingstwochenende in Ahrweiler veranstaltet wird.[7]
Seit einiger Zeit stellen auch wir die Gebietsweinköniginnen der 13 deutschen Anbaugebiete sowie die Deutschen Weinköniginnen und Weinprinzessinnen vor.  Sie finden bei uns Vorstellungen der Ahrweinköniginnen Julia Bertram, Julia Migend und Jennifer Knieps.



2014/15 Viktoria Kugel (Walporzheim)
2015/16 Michelle Skruth (Bachem)
2016/17 Theresa Ullrich (Ahrweiler)







[1] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, 2013.
[2] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, 2013.
[3] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, Weinerzeugung, 2013.
[4] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, 2013, ebenso wie die nachfolgende Tabelle.

[5] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, 2013.
[6] Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz über die bestockten Rebflächen, 2013.

[7] Die Namen und Daten sind entnommen aus: http:/www.ahrwein.de/de/weinmajestaeten/ehem-majestaeten/

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